Verständnis des Yoga

Ist Yoga „Sport“? Auch! Die Meinungsvielfalt ist in dieser Fragestellung sehr different. Während von vielen darauf verwiesen wird, dass die Tradition des Yoga mitnichten ein Fitnessprogramm intendierte und schon gar nicht auf einen Wettbewerb des Kräftemessen abzielte, als vielmehr eine spirituelle und philosophische Möglichkeit, der Erprobung ethischer Praxis des sich-zu-sich-Verhaltens (Beruhigung des Geistes) unter Rücksicht des Einbezugs der Mit-Menschen einschließlich der Fauna und Flora, als einen Weg an dessen Ende, die Erleuchtung Samhadi (Verbindung mit dem Göttlichen), die Erlösung aus der ewigen Wiederkehr in das immer-selbe stehen sollte, sehen die anderen Yoga als Fitnessprogramm und darüber hinaus auch als einen sportlichen Wettbewerb, des Kräftemessens mit anderen – evident an der steigenden Anzahl der durch die International Yoga Sports Federation (IYSF), die in ihren Regularien die Standards und Richtlinien für die Teilnehmerinnen festlegt, organisierten Ausschreibungen.

Yoga ist, nimmt man seinen Gründungsdiskurs wie wir ihn bei Pantanjali vorfinden ernst, eine spirituelle Praxis, ein Work-In, das sich durch einen achtgliedriger Yogapfad, in dem die durch Yoga zu erreichende Ziele sich vorgegeben finden - Yama und Niyama als die ethischen Prinzipien eines Yogis und die Basis für die weiteren Stufen: Asana, Pranayama, Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi -, auszeichnet.

Allerdings, in der vor rund zweihundert Jahren vorgenommenen leib-körperlich herausfordernden Erweiterungen der Asana-praxis, die dem oben beschriebenen nicht grundsätzlich widerspricht, da sie, je nachdem welche Art von Yoga du praktizierst, eine für deinen Leib-Körper sehr herausfordernde Praxis ist, die dich durch diese Praxis, z.B. einer Vinyasa Flow Stunde, durchaus an deine physischen und psychischen Grenzen zu führen vermag, eine sportliche Tätigkeit, die ein guter Mix aus Ausdauer, Kraft und Flexibilität, mithin als ein gutes Fitness Programm sich zeigt. So in den intensiveren Formen: wie Power Yoga, Ashtanga oder Vinyasa Flow, die durchaus vergleichbar zu anderen Sportarten sind.So kann die auf Asanas abstellende Yogapraxis ein direkter Zugang zu unserem subtilen Körper sein und ungeahnte Kräfte und Energien in uns wecken.

Vorteile und Wirkung des Yoga

Die meisten derjenigen, die regelmäßig Yoga praktizieren, tun das für ihre Gesundheit und der Fitness wegen. Das ist naheliegend, wenn man aus sportmedizinischer Sicht die positiven Effekte des Yoga auf den Körper betrachtet. Durch den Aufbau einer einstündigen auf Vinyasa Krama, also einer stimmigen Abfolge von Asanas (und anderen Yogatechniken), die auf die, als Vorbereitung, für jede Stunde angedachte Peak-Pose zulaufen, die die Yogis und Yoginis mitnimmt auf eine sich innerlich konzentrierende Reise, um so eine tiefe Erfahrung zu ermöglichen. So können, je nachdem, welche Positionen in welcher Reihenfolge, Intensität und Intention geübt werden, die unterschiedliche Wirkungen bei den Praktizierenden sich einstellen.

Prinzipiell werden durch die Asanapraxis Muskeln gestärkt, die Flexibilität erhöht und das Gleichgewicht verbessert. Allerdings ist eine regelmäßige Praxis von Nöten um die durch Yoga gegebenen Versprechen, dass Yoga-Übungen deine Flexibilität verbessern, deine Muskulatur stärken und Stress reduzieren, sich auch einstellen können. Des Weiteren hat Yoga positive Effekte auf das Herz-Kreislauf-System, kann bei chronischen Schmerzen helfen und beeinflusst die psychische, emotionale wie die mentale, also die das Denken und die (Körper-) Wahrnehmung beeinflussende Gesundheit, indem du Achtsamkeit und innere Ruhe kultivierst, um nachhaltiger mit Stress und Ängsten umzugehen.

Ziel des Weges einer Yogapraxis beinhaltet, sich in seinen positiven wie auch negativen Seiten näher zu kommen, darin anzunehmen und dies in sein alltägliches Handeln, sich selbst und anderen gegenüber, zu integrieren.

D.h., eine Yogapraxis ist neben all den sportlichen Effekten dann gut, wenn sie hilft einen Weg zu einem Selbst durch Überwindung des Egos, dem sich annehmen und lieben, zu finden, bei dem nicht ein Wettbewerb, das vergleichende Messen seiner Fähigkeiten, des von-anderen-bewundert-werdens, des nicht-versagens im Vordergrund steht, denn vergleichen heißt: wir sind nicht auf unserer Matte. Sind wir auf unsere Matte, hört dagegen alles Vergleichen, Streben und jeder Wettbewerb auf und es stellt sich ein in-sich-Hineinfühlen, des sich-bewusst-Machens eigener Grenzen ein, ohne sich dabei zu verurteilen, vielmehr diese anzuerkennen. Es gilt Achtsamkeit, dir und deiner Praxis und darüber hinaus, dem/den anderen, entgegenzubringen. 

Integriere Yoga in den Alltag

Ob Yoga allerdings eher als Entspannungsverfahren oder als gesundheitssportliche Aktivität eingestuft wird, hängt immer davon ab, welches Yoga-Programm verfolgt wird, d.h. für welche Form von Yoga du dich entscheidest. 

Wir versuchen beiden Teilen des Yoga gerecht zu werden – denn Sport ist für uns definitiv ein Teil von Yoga. Aber Yoga ist so viel mehr als nur Sport. Yoga ist auch gezielte Atmung, Meditation, Chanting uvm. Yoga ist ein Lebensstil unter Einbezug einer leib-körperlichen Praxis (Asana). Schön wäre es wenn sich deine Yogapraxis in deinem alltäglichen Leben, deinen Handlungen, dir und anderen gegenüber, widerspiegeln würde.

Überzeug dich selbst :)

Unsere Abteilung freut sich auf alle, die Interesse an dem gemeinsamen Erlebnis des Praktizierens von Yoga haben; insbesondere auf Menschen mit Migrationshintergrund und der LGBTQI+-Gemeinde.